Wissenswertes.

Kieferoperation: JA - NEIN?

Bei einer chirurgischen Korrektur einer Kieferfehlstellung müssen die Zahnbögen vom Kieferorthopäden zuerst ausgeformt werden, die Stellung der Kiefer zueinander wird durch den Kieferchirurgen korrigiert.

Dies kann in einem Schritt oder in mehreren Schritten erfolgen. Es wird entweder nur der Unterkiefer gespalten und nach vor oder rückversetzt. Oder es wird zusätzlich der Oberkiefer in der Mitte längsgespalten und gedehnt bzw. komplett abgetrennt und neu positioniert und verschraubt. Nach Abheilen muß dann die Kieferorthopädie den Biss erst recht feineinstellen.

Wir, die wir die MEAW-Technik anwenden, brauchen in den meisten Fällen diese doch sehr großen Eingriffe nicht. Unser Zugang ist ein komplexer. Das alleinige Vor- oder Rückversetzen des Unterkiefers greift zu kurz. Die Kiefer treffen auf der Funktionsebene, sprich Okklusionsebene, aufeinander. Diese hat je nach Typ eine Neigung im Raum.

Bei Rücklagen des Unterkiefers (Angle Klasse II) steigt diese Neigung, wenn man von der Seite schaut, ab dem 2. Prämolaren stark an.

Bei Vorlagen (Progenie, Angle Klasse III) sinkt die Beissebene hinten ab.

Die Ursache dieser Eigenwilligkeit liegt zum Teil im posterioren Crowding, (hinterer Platzmangel), zum Teil in einem gehemmten vertikalen Wachstum.

Mit der MEAW- Technik ist uns eine Möglichkeit gegeben, die Vertikaldimension zu korrigieren und die Neigung der Funktionsebene je nach Notwendigkeit zu schwenken. Durch das Abflachen der Bissebene bei Klasse II Fällen adaptiert sich der Unterkiefer nach vorne in die gewünschte Klasse I Position und bleibt auch dort – stabil, auch nach Jahren.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse haben belegen können ,dass auch im Erwachsenenskelett Umbauvorgänge stattfinden. Es finden also skelettale Veränderungen am Schädel auch bei Erwachsenen statt, wenn die Kiefer ordentlich in Klasse I verzahnen und der Schwenk in die richtige Funktionseben des Bisses erreicht werden konnte.

International Joint Congress of MEAWTechnique & Research Foundation (IJC-MEAW) September 15. – 17. Oktober 2012 Yokohama, Japan.

Mit dieser Technik ist uns eine Möglichkeit gegeben, wobei wir auf Operationen weitestgehend verzichten und in einer vernünftigen Zeit trotzdem stabile Ergebnisse erreichen können.

Durchschnittlich brauchen wir je nach Mitarbeit des Patienten 24 Monate.